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09032005
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Underground (09/03/2005)

Es ist so weit.
Wir sind erwachsen geworden.
Wir können uns das leisten.

Wir müssen uns nicht mehr darauf beschränken, Spiele für die klar eingegrenzte Standardbrettspielzielgruppe zu entwickeln. Wir können unseren Blick dem Horizont zuwenden, wir können mutig sein und die Menschen einbeziehen, die das Brettspiel schon vor Jahren aus den Augen verloren haben.

Die Kunstform Spiel hat ihre Pionierjahre hinter sich gelassen, ist den Kinderschuhen entwachsen. In den letzten zwanzig Jahren hat sich viel verändert. Heute erschaffen die Autoren mit solidem Handwerk Jahr für Jahr über 300 Spiele. Spiele in bunten Schachteln, mit hochwertigem Material, spannenden Ideen und Spielregeln, die nicht mehr so löchrig sind wie ein Politikergedächtnis. Kleinverlage können in einer Qualität produzieren, die der großer Verlage in nichts nachsteht. In Amerika und Holland entwickelt sich eine Spieleszene, die German Games zum Qualitätssiegel erhoben hat. Die Basis steht.

Aber da wo die Basis steht, das lernen wir aus der Geschichte der anderen Künste, da wird auch ein zartes Pflänzchen gesäht, das wir Underground nennen, Avantgarde oder Subkultur, ein Bereich, in dem Spiele entstehen, die anders sind als andere. Spiele, die sich nicht mehr generell an alle wenden, sondern Bedürfnisse ansprechen, die von bestimmten Zielgruppen geteilt werden.

Wir sollten das als Chance begreifen, bietet sich uns hier doch die Möglichkeit eine Vielfalt zu erschaffen, die das Brettspiel in die Lage versetzt, jenseits der Genres Kinder-, Familien- und Freakspiel in den Revieren angesagter Freizeitbeschäftigungen zu wildern. Beim Computerspielen, beim Fernsehen und beim dumpfen Abhängen in einer verrauchten Hinterhofkneipe.

Wir müssen uns das leisten.


© 2000-2005 by Marcel-André Casasola Merkle

 

 

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